Samstags-Uni: O Mensch bewein dein Sünde groß:
Eine Kirchenliedmelodie wandert von Straßburg über die französischen Religionskriege bis zu Johann Sebastian Bach
Das bekannte Kirchenlied O Mensch bewein dein Sünde groß hat eine bewegte Geschichte zwischen verschiedenen Konfessionen und unterschiedlichen Sprachen. Der Kantor des Straßburger Münsters hat die Melodie 1524 komponiert; sie begleitete seine Umdichtung von Psalm 119. Ein paar Jahre später hat Johannes Calvin das Lied in Straßburg kennengelernt und die Melodie in seinen Genfer Psalter übernommen. Sie wird dort auf den Text von Psalm 68 gesungen (Que Dieu se montre seulement oder in der Übersetzung von Lobwasser: Gott mach sich auf mit seiner Gwalt). Die Hugenotten haben diesen ‚Schlachtenpsalm‘ während der Religionskriege angestimmt, um die Feinde in die Flucht zu schlagen. Unterdessen hat der Lutheraner Sebald Heyden die Melodie für sein Passionslied verwendet (1530). Dieses hat dann Johann Sebastian Bach zwei Jahrhunderte später wiederaufgenommen, in einem Choralvorspiel des Orgelbüchleins (BWV 622) und als großangelegtes Chorstück am Ende des ersten Teils der Matthäuspassion.
| Kursnummer | 262100433 |
| Beginn | Sa., 14.11.2026, 11:15 Uhr |
| Dauer | 1 Termin |
| Kursort |
Universität Kollegiengebäude I, Hörsaal 1010 |
| Kursleitung |
Prof. Dr. Beat Föllmi
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| Gebühr | 0,00 € |
Kurstermine 1
| – | Datum | Ort |
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| 1 | Samstag • 14.11.2026 • 11:15 - 13:00 Uhr | Universität Kollegiengebäude I, Hörsaal 1010 |

