Samstags-Uni: O Fortuna, velut luna.
Genese und Geschichte (k)eines mittelalterlichen Klassikers
O Fortuna, velut luna – dieses Gedicht ist mit seinem Bild der Schicksalsgöttin als wechselhaftem Mond, vor allem aber mit seiner eingängigen Melodie und seinem treibenden Rhythmus zum Sound des Mittelalters schlechthin geworden. Dabei stammt genau dieser Klang aus dem zwanzigsten Jahrhundert: Die Handschrift selbst, der Codex Buranus (um 1230), überliefert keine lesbare Melodie. Was also ist das Original – und was hat es mit dem zu tun, was wir alle im Ohr haben? Der Vortrag führt zunächst in die berühmte Handschrift ein, in der das Gedicht eine überraschende Stellung einnimmt und im Kontext eine eigene, bislang kaum beachtete Antwort auf die Macht des Schicksals gibt. Von dort folgt er der beispiellosen Karriere des Textes bis in Stadien, Kinosäle und Werbespots – eine Rezeptionsgeschichte, die zugleich eine Geschichte moderner Mittelalterbilder ist. Und an ihrem Ende steht eine Frage: Erfüllt die moderne Karriere des Liedes, auf fast unheimliche, anachronistische Weise, etwas, das im Gedicht selbst schon angelegt wäre?
| Kursnummer | 262100431 |
| Beginn | Sa., 31.10.2026, 11:15 Uhr |
| Dauer | 1 Termin |
| Kursort |
Universität Kollegiengebäude I, Hörsaal 1010 |
| Kursleitung |
Prof. Dr. Frank Bezner
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| Gebühr | 0,00 € |
Kurstermine 1
| – | Datum | Ort |
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| 1 | Samstag • 31.10.2026 • 11:15 - 13:00 Uhr | Universität Kollegiengebäude I, Hörsaal 1010 |

