Kursdetails
Kursdetails

Samstags-Uni: "Doch das Messer sieht man nicht"

Bertolt Brechts und Kurt Weills Moritat von Mackie Messer (1928) zwischen Gesellschaftskritik und Entertainment

Mit der Moritat von Mackie Messer beginnt Bertolt Brechts und Kurt Weills Dreigroschenoper (1928), einer der größten Theatererfolge der Weimarer Republik – und zugleich die erstaunliche Karriere eines Songs, in dem Verbrechen und Verführung, Gesellschaftskritik und Entertainment unauflöslich verbunden sind. Als persiflierende Bänkelsänger-Nummer stellt die Moritat den Gangster Macheath vor: Sie berichtet von Mord und Gewalt, doch ihre eingängige Melodie macht das Grauen zum Ohrwurm. Gerade solche Spannungen und Verfremdungseffekte charakterisieren das ästhetische Programm von Brechts epischem Theater und prägen die Dreigroschenoper insgesamt. Der Vortrag untersucht die dramaturgische Funktion des Songs, seine Nähe zu Moritat, Leierkasten und Bänkelsang ebenso wie Kurt Weills raffinierte Amalgamierung von scheinbarer Einfachheit, Ironie und Drehorgelsound mit Anleihen bei der zeitgenössischen Tanzmusik und dem mondänen Drive des Foxtrott. Ein konzertanter Ausblick gilt der Metamorphose des Bänkelliedes zum swingenden Welthit und Jazzstandard Mack the Knife: von der originalen Komposition Brechts und Weills zu berühmten Coverversionen späterer Interpreten – von Louis Armstrong und Ella Fitzgerald über Milva und Frank Sinatra bis zu Udo Lindenberg oder Max Raabe.

Kurstermine 1

Insgesamt gibt es 1 Termine zum diesen Kurs
– Datum Ort
1 Samstag  •  09.01.2027  •  11:15 - 13:00 Uhr Universität Kollegiengebäude I, Hörsaal 1010
Warenkorb

Es befinden sich derzeit keine Kurse/Veranstaltungen in Ihrem Warenkorb.